Hochzeit

Warum meine Traumhochzeit keine Märchenhochzeit (mehr) sein wird

[Werbung – Dieser Beitrag ist als Werbung gekennzeichnet, da Fotograf und Florist genannt werden. Sowohl die Fotos als auch der Brautstrauß wurden selbstgekauft.]

Jetzt beginnt sie wieder die Hochzeitssaison und auch ich tummele mich in Vorbereitung auf unsere kirchliche Trauung in diversen einschlägigen Facebook-Gruppen und durchstöbere Instagram, Pinterest und Magazine nach schönen Ideen. Doch irgendwie kann ich mit den so häufig gezeigten Märchenhochzeiten mit luxuriösem Brautkleid, Insta-tauglicher Kleiderordnung und Location, Hochzeitskutsche, wolkenkratzergleicher Hochzeitstorte und durchchoregraphierten Tänzen (natürlich alles später bei YouTube zu bewundern) immer weniger anfangen. Dabei hatte ich doch schon Jahre bevor ich meinen Mann überhaupt kennenlernte detaillierte Vorstellungen von meiner Hochzeit. Und die beinhalteten einen Großteil des oben genannten… Ich kann also jede Braut/jedes Paar, das eine ebensolche Hochzeit feiert, verstehen und möchte diese Art der Feier auch sicher keinem madig reden. Aber meine Traumhochzeit sieht plötzlich ganz anders aus:

Foto: Foto Asmus

Ich heirate den Mann, mit dem ich in den letzten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes durch dick und dünn gegangen bin. Mit dem ich Schicksalsschläge durchlebt und mit dem ich eine Familie gegründet habe. Der mich glücklich und verzweifelt, erschöpft und euphorisch erlebt hat und der immer für mich da war. Mit dem ich die wahre Liebe erlebt habe.

Wir wollen auch an unserem Hochzeitstag genau so sein, wie wir sind. Wir wollen keine Inszenierung. Wir wollen mit unseren Freunden und unserer Familie unsere Liebe feiern. Das, was wir schon geschafft haben und das, was noch auf uns wartet.

Ich werde an diesem Tag kein sündhaft teures Brautkleid tragen. Denn ich möchte an diesem Tag meine Kinder ohne Angst vor Flecken auf dem teuren Designerdress umarmen können, mit Ihnen spielen und toben können.

Wir werden vorher keine Posen für die Hochzeitsfotos üben. Die Bilder sollen eine Erinnerung an einen wunderbaren Tag sein und unser Glück widerspiegeln und keine Bewerbung für eine Modellkarriere sein.

Wir werden nicht wochenlang nach einer bilderbuchhaften Location suchen. Denn die für uns perfekte Location ist schon längst da: Unsere kleine Dorfkirche, in der schon meine Eltern geheiratet haben. In der ich getauft und konfirmiert wurde. In der die Trauerfeier für meine Mutter stattfand. Und in der wir nun den Segen für unsere Ehe erhalten. Und feiern werden wir dies in unserem Zuhause. Dort wo unsere Liebe und unsere Kinder gewachsen sind, wollen wir auch diesen Tag verbringen.

Wir werden nicht in den Wettkampf um das exquisiteste oder exotischste Hochzeitsmenü und die größte Torte eintreten. Wir werden einfach eine Auswahl unserer persönlichen Lieblingsspeisen zusammenstellen. So haben wir es auch schon bei unserer standesamtlichen Trauung gemacht und auch wenn es wohl kein typisches Hochzeitsmenü war, so war es für uns doch perfekt.

Wir werden keine Hebefiguren für den Hochzeitstanz einstudieren. Stattdessen werden wir wohl als Familie zu Roland Kaiser zappelnd die Tanzfläche eröffnen. Nicht unbedingt das, was man in den gängigen Playlists für den Hochzeitstanz findet, aber die Lieblingsmusik meines Mannes. Und dass ich ihn liebe hatte ich oben schon geschrieben, oder? Vielleicht kann ich ihn dafür dann später noch zu kuscheligen Tanzschritten zu „Little Wonders“ überreden…

Wir werden die Flitterwochen nicht an einem einsamen Strand im Paradies verbringen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich schon immer Zweifel hatte, ob mir da nicht irgendwann langweilig werden würde, verbringen wir lieber einen gemeinsamen Urlaub als Familie, der uns und den Kindern gerecht wird.

Wir werden nicht unsere gesamten Ersparnisse für diesen Tag ausgeben. Selbstverständlich wollen auch wir einen wunderschönen Tag für uns und unsere Gäste und werden auch nicht zwanghaft sparen und uns das ein oder andere Highlight gönnen. Aber wir sind uns auch bewusst, dass wir als Familie auch nach dieser Feier noch größere Wünsche und Ziele haben und werden daher für einen Tag nicht das Maß verlieren.

Foto: Foto Asmus; Brautstrauß: Sabine Mumot Blumen

Vielleicht haben die gemeinsamen Erlebnisse mit meinem Mann und unsere Kinder meine Vorstellungen von diesem Tag verändert. Vielleicht ist das, was man an Hochzeitseindrücken in den Sozialen Medien bekommt, einfach immer abgehobener geworden. Vielleicht hatte ich als Hochzeitsgast zu oft das Gefühl, dass das Brautpaar an diesem Tag so nervös war und so ein straffes Programm hatte, dass es als Paar an diesem Tag zu kurz kam. Ich weiß nicht, was letztendlich der Auslöser war, dass ich meine meine Märchenhochzeitspläne zur Seite gelegt habe und gemeinsam mit meinem Mann diesen Tag komplett neu geplant habe. Aber ich weiß, dass diese Hochzeit viel besser zu uns passt und freue mich jetzt schon wahnsinnig darauf.

Und wer weiß, vielleicht schafft ja auch das ein oder andere Bild unserer Traumhochzeit den Weg in die sozialen Medien. Um zu zeigen, dass auch ein einfacher Tag voller Liebe mit all den Hochglanzimpressionen mithalten kann.

Foto: Foto Asmus; Brautstrauß: Sabine Mumot Blumen
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